Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
In der Nacht zur Abstimmung des von Theresa May vorgeschlagenen Brexit-Deals konnte die britische Premierministerin noch einige Zugeständnisse von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bezüglich der irisch-nordirischen Grenze abringen. Diese reichten aber nicht aus, die Abgeordneten von ihrem Deal zu überzeugen. In den Folgetagen lehnte das Parlament einen No-Deal Brexit ab und folgte dem Vorstoß Mays zur Beantragung einer Verschiebung des Brexits. In den Vereinigten Staaten sind die US-Verbraucherpreise im Februar gegenüber dem Vormonat um nur 0,2 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahr gab nochmals nach und liegt mit 1,5 Prozent somit auf dem niedrigsten Niveau seit zweieinhalb Jahren. Angesichts dieser Zahlen dürfte die US-Notenbank Federal Reserve keine Eile haben den Leitzins weiter anzuheben.

Renten: Bewegung durch Brexit

Die Brexit-Abstimmungen im britischen Parlament sorgten für Bewegung am Rentenmarkt. Am Tag der Ablehnung des von Theresa May vorgeschlagenen Brexit-Deals stieg die Nachfrage nach als sicher geltenden Anleihen an. Die Ablehnung eines No-Deal Brexits am Folgetag und die Befürwortung einer Verlängerung der Frist zum Ausscheiden aus der EU am Donnerstag ließ die zuvor gestiegene Nachfrage wieder sinken. So konnte die Rendite 10-jähriger britischer Staats-anleihen im Wochenverlauf insgesamt um 3 Basispunkte auf 1,22 Prozent zulegen. Die Rendite von Bundesanleihen gleicher Laufzeit stieg um 2 Basispunkte auf 0,09 Prozent.

Aktien: US-Aktien legten zu

Die im Laufe der Woche veröffentlichten US-Konjunkturdaten erfreuten die Investoren an der Wall Street. Insgesamt setzten US-Aktien nach der schwächeren Kursentwicklung der letzten Handelswoche zu einer Erholungsbewegung an. Insbesondere Technologiewerte waren gefragt. So konnten der S&P 500 und der NASDAQ 100 im Laufe der Woche um 2,71 bzw. 2,96 Prozent zulegen und den höchsten Stand (S&P 500: 2.817; NASDQ 100: 7.285) seit November 2018 erreichen. Die Brexit-Abstimmungen sorgten zwischenzeitlich für Anspannung in den europäischen Börsensälen. Die Zustimmung des britischen Parlaments auf einen Antrag zur Verschiebung des Brexits führte dann gegen Ende der Woche zu starken Kursanstiegen..

Währungen: Pfund in Bewegung

Die Volatilität des EUR/GBP-Wechselkurs bleibt weiterhin erhöht, was angesichts der Brexit-Abstimmungen im Laufe der Woche wenig überraschend ist. Je nach Ergebnis der drei Abstimmungen im britischen Parlament wertete das Pfund auf oder ab gegenüber dem Euro. Am Ende der Woche überwog die Freude der Anleger über eine Zustimmung zur Beantragung einer Verschiebung des Brexits die Enttäuschung über die Ablehnung des von Theresa May vorgelegten Brexit-Deals. Der EUR/GBP-Wechsel-kurs sank im Laufe der Woche von 0,86 auf 0,85 Euro je Pfund – das britische Pfund wertete auf.

Was bringt die Woche?

Auch in der kommenden Woche dürften die Brexit-Verhandlungen ein zentrales Thema darstellen, wenn Premierministerin Theresa May am Dienstag erneut zur Abstimmung bittet. Zur Wochenmitte tagt die US-Notenbank Federal Reserve, einen Tag später die Bank of England. Mit großer Genauigkeit dürften Marktteilnehmer den ab Donnerstag beginnenden zweitägigen Gipfel der EU-Staats- und Regierungs-chefs zur Beratung über die Entwicklung in den Brexit-Verhandlungen verfolgen. Zum Wochenende werden die Stände verschiedener Einkaufsmanagerindizes in den USA und Europa veröffentlicht.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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